Gesamtangebot
Dachauer Forum
Besucherbetreuung
in der
KZ-Gedenkstätte
Dachau


Täter im Nationalsozialismus:
Profile, Motive - und der "SS-Mann in uns"


Mai 1936: Heinrich Himmler, Reichsführer SS und bald auch Chef der Deutschen Polizei, spricht zu einem Häftling im KZ Dachau.
Eine KZ-Gedenkstätte ist ein Ort des Gedenkens an die Opfer. Zugleich ist sie ein ehemaliger Tatort: Menschen haben im Konzentrationslager andere erniedrigt, gepeinigt, ermordet.

Wer waren die Täter in den Konzentrations- und Vernichtungslagern, in SS-Einsatzgruppen, "Euthanasie"-Anstalten … und an zahllosen Schreibtischen? Woher kamen sie? Was wurde aus ihnen? Was hat sie zu ihren Taten bewegt? Waren sie "völlig anders" als wir heute - oder steckt womöglich in jedem von uns ein solcher Täter? Einfache Antworten darauf gibt es nicht. Annäherungen bieten Ihnen Schwerpunktführungen und Studientage Täter im Nationalsozialismus.

Inhalte


Wie in einer Überblicksführung erhalten Sie Informationen und Berichte zum System der Konzentrationslager, zur Geschichte des KZ Dachau und zum Schicksal seiner Häftlinge. Sie suchen die authentischen Orte im einstigen Lager auf sowie ausgewählte Exponate in der neu gestalteten Ausstellung. Der Dokumentarfilm KZ Dachau schildert Leiden, Sterben und Befreiung der Häftlinge.
Schwerpunktführungen und Studientage Täter im Nationalsozialismus "enthalten" somit eine Überblicksführung, gehen aber über diese hinaus - inhaltlich, methodisch und zeitlich:
 
NS-Täter: Profile und Biographien
An einzelnen Stationen Ihres Rundgangs in der Gedenkstätte erfahren Sie von unterschiedlichen Handlungsfeldern und "Typen" von NS-Tätern. Zum Beispiel:
"Alte Kämpfer" aus der Frühzeit der NS-Bewegung mit ihren brutal wirkenden rassistischen und politischen Feindbildern;
  • Ärzte, Juristen und andere Akademiker, die sich als "Elite" einer neuen unsentimentalen Generation wähnten und etwa nichts dabei fanden, Menschen in "medizinischen" Versuchen zu opfern;
  • willfährige Bürokraten und Technokraten eines erbarmungslos effizienten Ausbeutungs- und Vernichtungsapparates;
  • Jugendliche, die oft schon mit 16 Jahren der SS beitraten und in Dachau, dem Ausbildungszentrum der "Totenkopfverbände", die Schule des Terrors durchliefen ...
     
WARUM? Annäherungen an Motive von NS-Tätern
Schon im Laufe der Führung werden sich Fragen nach Hintergründen und Motiven der Täter aufdrängen, etwa:
  • Waren sie Sadisten, von einer krankhaften Blutgier getrieben?
  • Waren sie Außenseiter: "Zurückgesetzte", "Minderbegabte" und "gescheiterte Existenzen" (Eugen Kogon)? Oder kamen sie vielmehr aus der "Mitte der Weimarer Gesellschaft" (Karin Orth)?
  • Peinigten und töteten sie in einer Sphäre "absoluter Macht": "nicht weil sie mussten, sondern weil sie durften" (Wolfgang Sofsky)?
  • Waren sie "ganz gewöhnliche Männer" (Christopher Browning)? - Waren sie Menschen wie wir heute?
     
Vertiefungen
Im Anschluss an die Führung können die Teilnehmer diese und andere Fragen in einem Diskussionsraum auf dem Gelände der Gedenkstätte vertiefen. Je nach Interesse und Zeit zum Beispiel ...
  • in kurzen Gruppenarbeiten mit anschließendem Austausch im Plenum, etwa mit Meinungskarten zu möglichen Motiven "der" Täter;
  • in ausgewählten Filmausschnitten mit Aussagen ehemaliger NS-Täter;
  • in Dokumentarfilmen zu Experimenten aus der Sozialpsychologie, die auf bedrückende Weise nahe legen, wie in bestimmten Situationen viele von uns heute zu "Tätern" werden könnten;
  • in gemeinsamen Diskussionen und Reflexionen, an deren Ende die Frage nach dem eigenen Verhalten stehen mag.


Organisatorisches


Teilnehmer und Vorbereitung

  • Schwerpunktführungen und Studientage Täter im Nationalsozialismus eignen sich für Jugendliche ab ca. 15 Jahre und für Erwachsene. Besondere Vorkenntnisse zur Thematik sind nicht erforderlich.
  • Wenn Sie Interesse haben: Hier finden Sie Hinweise auf einschlägige Literatur und Bildungsmaterialien, darunter auch zum Thema "Konzentrationslager-SS und andere Täter".
  • Wenn Sie möchten: Ihr Betreuer berät Sie gerne über Möglichkeiten der Vor- und Nachbereitung dieser Thematik.
Ihre Betreuerin/Ihr Betreuer
Während Ihres Aufenthaltes in der Gedenkstätte betreut Sie ein/e gedenkstättenpädagogische/r Mitarbeiter/in des Dachauer Forums, die/der sich ergänzend zur allgemeinen Ausbildung für die Gedenkstättenarbeit in einem mehrmonatigen Workshop Täter im Nationalsozialismus inhaltlich und methodisch weitergebildet hat..

Schwerpunktführung: Dauer und Kosten
  • Eine Schwerpunktführung dauert insgesamt 3,5 bis 4,5 Stunden. Davon verbleibt nach Führung und Dokumentarfilm knapp eine Stunde für die abschließenden Vertiefungen.
  • Kosten pro Gruppe mit bis zu 30 Teilnehmern: EUR 95
  • Übrigens: Von der Dauer einer Schwerpunktführung und auch eines Studientages (siehe unten) fühlen sich die allermeisten Teilnehmer keineswegs überfordert, so der Tenor zahlreicher Rückmeldungen unterschiedlicher Gruppen. Der authentische Ort, die brisante Thematik, häufige Orts- und Methodenwechsel und die damit verbundenen Pausen bewirken ein anhaltend intensives Lernklima.
Studientag: Dauer und Kosten
  • Ein Studientag dauert insgesamt 6 bis 7 Stunden, einschließlich einer ca. einstündigen Mittagspause. Dieser Zeitrahmen erlaubt eine eingehendere und vielfältigere Auseinandersetzung mit der Thematik, insbesondere in den abschließenden Vertiefungen.
  • Kosten pro Gruppe (bei maximal 30 Teilnehmenden): EUR 120
  • Zur Verpflegung bitte Lunchpakete mitbringen oder nehmen Sie Kontakt auf mit dem Bistro und Cafe im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte unter enzmann-wilhelm-gastronomie.de
Anmeldung
Wie Sie sich anmelden können und wie es nach der Anmeldung weitergeht, erfahren Sie hier.
 
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