Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau

Ein Projekt für alle Geschichts­interessierte – Laien und Historiker 

»Mir ist wichtig – und das finde ich das Besondere am Projekt – einen Verschwundenen wiederzufinden. Und viele Häftlinge sind ja hinter den Nummern verschwunden bzw. somit sozusagen unkenntlich gemacht worden...« Unter dem Motto „Namen statt Nummern“ schreiben Ehrenamtliche Biographien von KZ-Häftlingen für das Gedächtnisbuch Dachau.

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Sabine Gerhardus

Sabine Gerhardus

Pädagogische Mitarbeiterin Gedächtnisbuch

Telefon: 08131 99688-16
E-Mail: info@gedaechtnisbuch.org

Das Projekt
Das Gedächtnisbuch erinnert an ehemalige Häftlinge des KZ Dachau. Geschichtsinteressierte Ehrenamtliche – Jugendliche und Erwachsene – tragen die Lebensgeschichten zusammen. Sie gehen auf Spurensuche, schreiben und illustrieren vierseitige „Gedächtnisblätter“. Jedes Jahr am 22. März werden die neuen Beiträge in das Gedächtnisbuch in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte aufgenommen. Mehr Infos & Blog

Das Gedächtnisbuch ist Preisträger
– Aktiv für Demokratie und Toleranz 2008
– 5 Orte im Land der Ideen 2008
– Bürgerkulturpreis 2010

Geschichte lernen und Biographien schreiben – Wie funktioniert´s?
Ehrenamtliche nehmen an Beratungen, Seminaren oder Workshops zur historischen Recherche, zur Quellenarbeit und zur Durchführung von Oral-History-Interviews teil. Auch beim Schreiben und Gestalten der Biographie werden sie begleitet. Das Gelernte setzen sie gleich in die Praxis um: Sie suchen nach Lebensspuren, nutzen Literatur, tragen Quellen zusammen, führen Interviews, erstellen einen Lebenslauf, schreiben eine Biographie und gestalten ein Gedächtnisblatt. So können sie erfahren, welche Auswirkungen historische Ereignisse des Nationalsozialismus auf das Schicksal eines einzelnen Menschen haben konnten.

Mitmachen – Welche Möglichkeiten gibt es noch?
Neben dem Verfassen eines eigenen Gedächtnisblattes gibt es weitere Möglichkeiten sich am Projekt zu beteiligen, zum Bespiel: Die Internationale Wanderausstellung „Namen statt Nummern“ ausleihen, zur Ausstellung ein eigenes Begleitprogramm oder eine Gedenkstunde organisieren, Gedächtnisblätter von der Gedächtnisbuch-Website herunterladen. Zur Biographie-Recherche kann auch ein W-Seminar „Namen statt Nummern“ geplant werden. Die Begleitbroschüre (88 Seiten) können Sie gegen 5 Euro pro Stück + Versandkosten per E-Mail unter info@dachauer-forum.de bestellen.
Wanderausstellung | Gedächtnisblätter | Zusammenarbeit mit Schulen

Engagement – was bleibt?
Selbst aktiv werden kann spannend sein wie Detektivarbeit – und trägt dazu bei, die Erinnerung an einzelne KZ-Häftlinge zu bewahren. Die Auswirkungen von Rassismus, Diskriminierung und Diktatur auf die Lebensgeschichte regt bei vielen Teilnehmern eine intensive Auseinandersetzung über eigene Werte, Toleranz, Demokratie und gesellschaftliche Beteiligung an. Für Manche ist die Zeit beim Gedächtnisbuch eine ganz besondere, nachhaltige Erfahrung. So schreibt Andreas Wimmer, der als Schüler ein Gedächtnisblatt über den jüdischen Lehrer Heinemann Edelstein verfasst hat, als er Jahre später mit dessen Enkelin in Israel Kontakt gefunden hat: „Auf jeden Fall habe ich gemerkt, dass das Gedächtnisblatt wirklich ein schönes Projekt ist/war, das mich auch 7! Jahre danach noch begleitet und wildfremde Menschen zueinander bringen kann.“

Trägerkreis und Förderer
Im Trägerkreis Gedächtnisbuch sind sieben Dachauer Organisationen vertreten: Dachauer Forum – Katholische Erwachsenenbildung e.V., Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau, Katholische Seelsorge in der KZ-Gedenkstätte Dachau, Kreisjugendring Dachau, Lagergemeinschaft Dachau e.V., Max Mannheimer Studienzentrum. Das Gedächtnisbuch wird von einem breiten Kreis von Förderern unterstützt. Ein herzliches Dankeschön dafür.

Internationale Wanderausstellung Namen statt Nummern
22 Biografien des Gedächtnisbuch-Projekts werden Dank finanzieller Förderung durch die EU (Europa für Bürgerinnen und Bürger – Aktive Europäische Erinnerung) im Rahmen der internationalen Wanderausstellung „Namen statt Nummern“ in mehreren Ländern gezeigt. Die Ausstellung kann in mehreren Sprachen im Dachauer Forum ausgeliehen werden.

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