Auf den Spuren von Elisabeth Braun

Führung im Münchner Hildebrandhaus 

Auf den Spuren von Elisabeth Braun

Bildnachweis: Elisabeth Braun Foto

Die Wissenschaftlerinnen Sylvia Schütz und Ellen Bošnjak, die in der Monacensia intensiv zum Schicksal der früheren Hauseigentümerin Elisabeth Braun forschen, geben uns eine Führung durch das Hildebrandhaus - 85 Jahre nach der Vertreibung von Elisabeth Braun aus ihrem Haus, auf die bald Deportation und Mord im Holocaust folgten.
Elisabeth Braun wird 1887 in München geboren und wächst in der Familie eines wohlhabenden jüdischen Schneidermeisters und Kaufmanns auf. 1920 tritt die junge Frau aus der Israelitischen Kultusgemeinde aus und in die evangelische Kirche ein. Als der Vater 1929 stirbt, erbt Elisabeth Braun ein beträchtliches Vermögen. 1934 erwirbt sie das Hildebrandhaus, eine große Villa im gehobenen Münchner Stadtteil Bogenhausen. Erst 1938 zieht Elisabeth Braun selbst dort ein. Sie vermietet im Hildebrandhaus an sogenannte "nichtarische" Christen. Bis 1941 finden mindestens 15 antisemitisch verfolgte Menschen im Hildebrandhaus Zuflucht, zumeist alleinstehende Frauen.
Ab 1939 versuchen die Behörden, die Immobilien von Elisabeth Braun zwangsweise zu "arisieren", was sie zunächst noch couragiert abwehren kann. Im Juni 1940 macht sie ihr Testament, "da ich infolge bestimmter persönlicher Bedrohungen in den letzten 17 Tagen möglicherweise mit meinem vorzeitigen Ableben […] rechnen muss". Als Alleinerben setzt sie die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ein. Im August 1941 müssen Elisabeth Braun und mehrere ihrer Mitbewohnerinnen schließlich aus dem Haus ausziehen und werden in Internierungslager für Juden eingewiesen. Elisabeth Braun ist unmittelbar davor für zehn Tage im Gefängnis Stadelheim inhaftiert. Dennoch kämpft sie weiter gegen das Unrecht, das ihr angetan wird. Die Gestapo zieht im Oktober 1941 ihr gesamtes Vermögen "wegen volks- und staatsfeindlicher Bestrebungen" ein. Am 20. November 1941 verschleppt das NS-Regime Elisabeth Braun und einige ihrer ehemaligen Mitbewohnerinnen gemeinsam mit fast tausend weiteren als Juden verfolgten Menschen aus München nach Kaunas, wo sie fünf Tage später brutal ermordet werden.
Nach dem Krieg tritt die bayerische Landeskirche das Erbe an und errichtet den Sonderfonds "Nachlass Elisabeth Braun". Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Versöhnungskirche, berichtet an dem Nachmittag im Hildebrandhaus, was die Kirche bisher mit diesem Erbe gemacht hat und was in Zukunft damit finanziert werden soll.

Für die Führung ist eine Anmeldung verpflichtend. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 20 Personen beschränkt. Die Teilnahme ist gebührenfrei.

Anmeldeschluss

Sa, 27.06.2026, 14:00 Uhr

Ref.: Ellen Bosnjak
Ref.: Sylvia Schütz
Ref.: Pfr. Dr. Björn Mensing

Kooperation: Evangelischer Versöhnungskirche, Kath. Seelsorge

Ort: Monacensia im Hildebrandhaus, Maria-Theresia-Str. 23, 81675 München

Anmeldeschluss: Fr, 19.06.2026, 15:59 Uhr

Anmeldeschluss
Auf den Spuren von Elisabeth Braun

Bildnachweis: Elisabeth Braun Foto