
Ludwig Thoma (1867-1921) lebte einige Zeit als Rechtsanwalt in Dachau, bevor er später als gefeierter Satiriker des Simplicissimus und erfolgreicher Schriftsteller bekannt wurde.
Mit seinen realistischen und zugleich bissigen Schilderungen des Alltags und der politischen Ereignisse seiner Zeit prägte er die bayerische Literatur maßgeblich und zählt zu ihren bedeutendsten Autoren. Doch Thoma war mehr als ein humorvoller Beobachter gesellschaftlicher Verhältnisse: In seinen frühen Werken vertrat er liberale Ideen und übte scharfsinnige Gesellschaftskritik, während er in den letzten Lebensjahren für den Miesbacher Anzeiger Hetzartikel verfasste, die durch antisemitische und antidemokratische Tendenzen auffielen.
Wie lässt sich dieses komplexe Spannungsfeld erklären? Die Ambivalenz seines Schaffens erschwert eine eindeutige Einordnung. Dieser Vortrag lädt dazu ein, Ludwig Thoma in all seinen facettenreichen Widersprüchen kennenzulernen und sein Leben sowie sein Werk kritisch zu hinterfragen. Vortragsdauer 90 Minuten mit anschließender Fragrunde und Diskussion.
Mi, 21.10.2026, 19:30 – 21:30 Uhr
Ref.: Angelika Eisenmann
Ort: Pfarrzentrum Erdweg - Kleiner Saal, Pater-Cherubin-Str. 1, 85253 Erdweg
Gebühr: 7,00 €
Anmeldung: Johanna Dobmeier, Tel.: 08138 8414
Gesellschaft und Geschichte
Politische Bildung und Erinnerungskultur zur NS-Zeit
